Schnittlauchtreiberei
12.02.2014
von: Carsten Schumacher
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Noch vor Weihnachten beginnen wir in der Regel damit, die ersten Schnittlauchballen für die Treiberei im Gewächshaus aufzustellen. Dieses wird dann bis März, wenn das Grün auch im Freiland wieder spriesst, je nach Bedarf 1-2mal wöchentlich wiederholt. Dadurch sind wir auch in den Wintermonaten unabhängig von Importen aus dem Ausland mit frischen, würzigen Kräutern versorgt.

Der Anbau der für die Treiberei notwendigen Schnittlauchballen findet ebenfalls im Duftgarten statt, und zwar im Vorjahr auf dem Acker. Hierfür werden zwischen Februar und Ende Mai drei Sätze als Jungplanzen im Gewächshaus angezogen und später ausgepflanzt. Ein Teil dieser Kultur wird bereits über den Sommer beerntet und sollte dann nach dem ersten Schnitt einmal nachgedüngt werden. Unsere Haupt-Sorte ist nach einem Jahr Probe-Anbau seit letztem Jahr "Gonzales". Das Saatgut dieses mittelgrobröhrigen Schnittlauch ist nicht nur aus kontrolliert biologischem Anbau. Diese Sorte ist darüberhinaus aus der Demeter-Züchtungsarbeit des Vereins "Kultursaat e.V." hervorgegangen.

Da Schnittlauch keine allzu große Unkraut unterdrückende Wirkung hat, besteht die Hauptarbeit während der Vegetationsperiode darin, eben dieses unter Kontrolle zu halten. Die größte Anstrengung verursacht allerdings das Roden der Ballen ab Spätherbst und über den Winter. Wir sind bemüht, immer einen Vorrat an Ballen für zwei bis drei Wochen vorrätig zu haben, da der Schnittlauch im Winter jederzeit auf dem Acker einfrieren kann. Ist es dann kurzfristig aufgetaut, müssen wir dann schnell wieder "den Spaten schwingen" und den Trecker aus seinem Winterschlaf wecken (siehe Foto). Durch die milde Witterung dieses Winters haben wir jedoch ein ganz anderes Problem : die kleinen grünen Spitzen sind bereits von Blattläusen befallen, die sich im Glashaus dann auf das zarte Grün der Jungpflanzen stürzen. Deshalb kamen wir um die Behandlung mit einem im Bioanbau zulässigen Pyrethrum-Präparat nicht herum und haben danach jede Menge Blattlaus vertilgender Nützlinge eingesetzt.