B I O F A C H NÜRNBERG 2015 Eine Nachlese
03.03.2015
Kategorie: Veranstaltungen
von: Carsten Schumacher
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Für mehr Bio in Europa! Nein zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung

Organisationen der Bio-Branche rufen mit „Nürnberger Erklärung“ den EUAgrarkommissar Phil Hogan dazu auf, die Kommissionsvorschläge zu einer Totalrevision der EU-Öko-Verordnung zurückzuziehen.

 

 

 Düsseldorf/ Nürnberg, 10. Februar 2015.

Die europäischen Bürger wollen mehr Bio-
Lebensmittel. Dazu braucht es mehr Bio-Bauern und -Verarbeiter. Doch statt diese Entwicklung
zu unterstützen, hat die EU-Kommission im März 2014 eine Totalrevision der EU-Öko-
Verordnung vorgelegt, die den bisherigen Ökolandbau und die Bio-Lebensmittelwirtschaft in
Europa massiv in Frage stellt. Träte sie in Kraft, würden Wachstum und Beschäftigung im
Bio-Bereich europaweit gefährdet. Die Organisationen der Bio-Branche rufen daher Agrarkommissar
Hogan auf: Der Kommissionsvorschlag zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung
muss vom Tisch!
„Bio-Lebensmittel genießen wachsenden Zuspruch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern
in NRW, Deutschland und Europa“, sagt der LVÖ-Vorsitzende in NRW Heinz-Josef
Thuneke. „Die positiven Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität, auf Tierschutz und den
Erhalt der Artenvielfalt sowie auf den Schutz unserer Böden und das Klima liegen auf der
Hand. Daher ist es wichtig, neue Betriebe für die Umstellung auf den Ökologischen Landbau
zu gewinnen. Die EU-Kommission droht, diese positive Entwicklung abrupt auszubremsen.
Das müssen und wollen wir verhindern, auch um die Wünsche der europäischen Bürgerinnen
und Bürger zu erfüllen!“
Die Totalrevision bedeutet u. a. eine Abkehr von der Prozessbetrachtung vom Acker bis auf
den Teller: Künftig soll eine Kontrolle erst am Endprodukt das Lebensmittel zum Bioprodukt
machen – Ein unkalkulierbares Risiko für Erzeuger und Verarbeiter. Investitionsrückgänge
und ausbleibende Öko-Umstellung sind die Folgen. Letztlich sollen sogar die Bio-Bauern für
den Pestizideinsatz der konventionell wirtschaftenden Nachbarn in Haftung genommen werden.
Die EU-Kommission schlägt vor, die Landschaften in Europa wie eine standardisierte,
industrielle Produktionsanlage zu betrachten. Geografische, klimatische und kulturelle Qualitäten
und Besonderheiten hätten dann kein Gewicht mehr.
„Das ist nicht unser Bild von Europa und der Entwicklung des Ökologischen Landbaus“,
kommentiert Jörn Bender, stellvertretender Vorsitzender der LVÖ NRW die Vorschläge und
fordert: „Die aktuelle Vorlage der Kommission ist keine geeignete Verhandlungsgrundlage,
denn sie steht einer sinnvollen Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für
den Ökolandbau in Europa diametral entgegen!“


Daher rufen wir die Landwirte, Unternehmen und Partnerorganisationen auf!
Für mehr Bio in Europa! Nein zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung!


Unterstützen Sie die Aktion und unterzeichnen Sie mit auf www.mehr-bio-in-europa.eu