Seminar Ökologischer Gemüsebau Schloss Rauischholzhausen
29.01.2017
Kategorie: Veranstaltungen
von: Carsten Schumacher
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Am 26. und 27. Januar 2017 haben Ulrike Fischbach und Günther Semmler vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen das Seminar Ökologischer Gemüsebau organisiert. An dieser Stelle möchte ich den beiden zu dieser gelungenen Veranstaltung gratulieren und mich noch einmal für die Einladung als Referent herzlich bedanken. Aber auch als Teilnehmer habe ich alle anderen Beiträge als sehr inspirierend empfunden. Im folgenden möchte ich allen Mit-Teilnehmenden sowie sonstigen Interessierten meine Betriebsvorstellung der Gärtnerei Duftgarten mit besonderem Fokus auf ausgesuchte Themen, wie z.B. den Anbau von Stangenbohnen und dem Auberginen-Sortenversuch 2016, zum Nachlesen zur Verfügung stellen. (Auf die im Vortrag gezeigten Fotos muss leider verzichtet werden, weil es das Datenvolumen sprengen würde.)

Vortrag:  „Betriebsvorstellung Gärtnerei Duftgarten

auf dem Seminar „Ökologischer Gemüsebau“, Schloss Rauischholzhausen

Geschichte :
- Gründung 1996 , Pachtbetrieb : ½ ha incl. 350 m2 heizbarer Glashausfläche
- Anbau von Bio-Blumen, Kräutern und Gemüse u.a. mit Pferdearbeit
- Vermarktung über 2- zwischenzeitlich 3 -Wochenmärkte sowie Gemüse-Abos
- weiteren Acker zugepachtet, Folientunnel gebaut
- 1999 : Kauf eines ca. 8700 m² großen Grundstückes am heutigen Standort incl. 1/3tel = 1 WE eines geteilten Wohnhauses
- Umzug im Jahr 2000, seitdem Weiterentwicklung bis zu heutigem Zustand:

Derzeit :
- bewirtschaften wir 3 ha Betriebsfläche an 2 Standorten, Bodenart = sL , durchschnittlicher Jahres-Niederschlag ca. 700 l/m2
3000 m² Gewächshausfläche, davon 1800 m² heizbares Glashaus (Venloblocks, größtenteils mit 4 m Stehwandhöhe) sowie 1200 m² kaltes Folienhaus (seit 2015 +2016  Noppenfolienhaus mit gerader, ca. 2,5 m hoher Stehwand in Blockbauweise)

-Technische Ausstattung der GH :
Heizenergie stammt aus Biogas-Anlage unseres Nachbarn
Glashäuser verfügen über Energieschirm (Sommer = Schattierung)
1 Glashaus ist mit Ventilatoren ausgestattet
Steuerung : Klimacomputer Bremen (H.Viole)
110 m³ Regenwasser-Auffangbecken zzgl. gärtnereieigener Stadtwasser-Anschluß
Überkopf-Bewässerung mit DAN-Sprinklern zzgl. T-Tape Tröpfchenbewässerung
Tomaten +Gurken : zusätzliche Sprühbewässerung auf dem Boden (Pralldüsen)
eigene Jungpflanzen-Anzucht in Quickpot-Platten, größtenteils mit Hilfe des Lenart-Sägerätes
Kubota-Kleintraktor (22 PS) mit Fräse, Federzinken-Grubber, Striegel und Anhänger

-Technische Ausstattung im Freiland :
Lamborghini-Trecker Crono 65 (PS) incl. 2 Schar-Pflug, Fräse, Bärtschi-Fobro-Lochwalze, Beet-Striegel, Mulchgerät , Kress-Hackrahmen mit Gänsefußscharen, Fingerhacke und Häufelkörper – demnächst : Tiefenlockerer (Schichtengrubber)
Direktsaaten erfolgen 1-reihig mit dem Sembner-Sägerät
Gepflanzt wird ausschließlich mit der Hand
handgeschobenes Flämmgerät von Kress mit 3 Flammen in Beetbreite zzgl. Rucksack-Flämmgerät mit 1 Flamme

-Technische Ausstattung Lagerung/Aufarbeitung :
gepflasterter Waschplatz, einige m² Wiege- + Kommissionier-Ecke sowie 45 m² Kühlraumfläche unterteilt in 2 Temperatur-Abteile

Vermarktung :
- Übermengen vor allem an Gurken über regionalen Bioland-Großhändler z.B.nach Berlin
- in ganzen VPE an regionale Kolleg_innen und Ladner_innen
- jeden Freitag Verkauf ab Hof
- jeden Samstag Wochenmarkt in Bad Oeynhausen – 8 m breiter Alf-Verkaufsanhänger, Iveco mit Laderampen für Rollwagen + Ladungssicherungs-System
- Herzstück : Lieferservice, z.Zt. Belieferung von max. 420 Haushalten

- Abwicklung der gesamten Vermarktung in einem 70 m² großen Gebäude, dabei stehen uns 10 Mitarbeiter_innen zur Seite, von geringfügig Beschäftigten, über Teil- bis zu Vollzeit-Arbeitskräften

Lieferservice-Vermarktung näher betrachtet :
- Vermarktungs-Programm: Bionnement (defaktBio), von Udo Reiser (Weiterentwicklung unseres alten „Bio-Abo“ Dos-Programms von Arno Mathias
- ermöglicht komplette Individualisierung der Warenkörbe – entscheidender Vorteil : Kunden-Zufriedenheit und enorme Arbeitserleichterung (Kund_in macht es selbst !!!)
Voraussetzung : wöchentlich aktualisierter, gut gepflegter Online-Shop
- die 420 Kisten schaffen wir derzeit gerade noch an 2 Packtagen – Mi. / Do. - an denen jeweils in 2 Schichten an 2 Arbeitsplätzen gepackt wird
- Auslieferung an 3 Tagen unterteilt in 6 Touren
- vor 1 Jahr Umstellung auf Touchscreen-Bildschirme = LS-Druck erst nach Fertigstellung der Kiste, Erweiterung des Netzwerkes – Zukunft : bei weiterem Zuwachs zusätzlicher Packtag nötig, dann Shop-Schluss individuell je nach Liefertag

Handel :
- gelebte Regionalität seit über 20 Jahren !!!
...natürlich mit Priorität auf die eigenen Erzeugnisse…
- darüber hinaus alles saisonale aus der Region, was möglich ist, z.B.
    Kartoffeln, Eier, Honig, Brot, Beerenobst, z.T. Äpfel, Topfkräuter-Spezialitäten und natürlich Gemüse vor allem von der Gärtnerei Ulenburg

Anbau : von A wie Aubergine bis Z wie Zucchini, aber längst nicht alles !

Gewächshaus-Hauptulturen :

- Gurken : mittlerweile nur noch veredelt, Pflanzung i.d.R. in 2 Sätzen frühestens ab KW 9 – Schlangengurken-Sorte „Cumlaude“, in diesem Jahr sehr später 2. Satz in KW 29/30 mit Schwerpunkt auf Landgurken-Sorte „Akito“ (nach frühen Stangenbohnen)
- Tomaten : sehr großer 1. Satz mit Pflanzung je nach Fruchtfolge Anfang bis Mitte März – Priorität bei Sortenwahl : Geschmack und Resistenzen
Hauptsorte : „Annamay“ (2016  9,85 kg /m2 geerntet)= Cocktailtomate mit sehr gutem Geschmack + Resistenz auf Samtflecken
2016 : breites Kirschtomaten-Sortiment bestehend aus „Perlati“ (9,11 kg/m2) + „Pareso“ (6,75 kg/m2) im 1. Satz sowie „KSK-TOT-WSI-C.“, „Summer Sun“ und „Nugget“ als gelbe/orange und „Trixi“ als rote im 2. Satz.
Normalfrüchtige : seit Jahren auf der Suche nach wohlschmeckender und auch sonst idealer Sorte, Versuch 2o15/2016 : „Sparta“, „Bolstar Granda“, „Rougella“, „Rebella“ - dieses Jahr „Claudino“ + „E 15 M.40770“ von Enza
Tomaten-Besonderheiten : seit vielen Jahren Standard „Loreto“ (= Eier-/Romatomate) und „Rugantino“ (= Fleisch-/Ochsenherztomate)

- Paprika : seit 2 Jahren überwiegend im Spalier-System angebaut, frühe Pflanzungen ziehen wir 2-triebig, vor allem unsere Haupt-Sorte „Oranos“
weitere Sorten 2016 :
spitz+rot : „Cooper“ (EZ), „Pantos“ (BI), „Corno Rosso“ (Versuch BI)
spitz+gelb: „Jersey“ (EZ), „Corno Giallo“ (Versuch BI)
blockig : „Sprinter“ (rot,EZ), „Afrodita (orange,Versuch BI), „Kubo Orange“ (Versuch BI)
scharf : „De Cayenne“ (rot, BI) – 2017: Versuch mit „Sarit Gat“ (BI)

- Stangenbohnen :
...haben bei uns seit 2015 den Anbau von Buschbohnen erfolgreich verdrängt !!!
...Ziel : Integration der Stangenbohnen als weitere Pflanzenfamilie in die GH-Fruchtfolge zur Verbesserung/Erhalt der Bodenfruchtbarkeit – möglich gemacht hat uns dies die überaus zarte Sorte „Cobra“, die hohe Akzeptanz bei Kund_innen findet
… haben eigens zu diesem Zweck ein weiteres GH gebaut !!!
Sortenversuche 2016 :
- „Markant“(EZ 2,38 kg/m2) im Vergleich zu „Cobra“ (3,91 kg/m2)
- „Donna“ (HI 3,08 kg/m2) im Vergleich zu „Helda“(2,97 kg/m2)
- darüberhinaus „Blauhilde“(3,63 kg/m2) + „Neckargold“ (2,47 kg/m2)
- sowie als Raritäten die Spaghetti-/Schlangenbohnensorten
„Metro“ + „KS-AM-SB-Vig17“
Kulturdaten 2016 :
- 4 Sätze, davon 3 im Kalthaus mit Pflanzung in KW 13, 21 + 26 sowie 1 Satz als Nachkultur zu stark mit Echtem Mehltau befallenen Tomaten im Warmhaus mit Pflanzung in KW 30 (= Ende Juli)
- Aussaat jeweils 1 Woche vorher mit 3 Korn/Topf in 54er QP-Platten (Topfen in 12er Töpfe schafft nur 1 weitere Woche Luft !!!)
- Pflanzung in Doppelreihen, 1 Reihe / lfd. Meter GH-Breite, Abstand: 40 cm i.d.R.
- Düngung : 80 kg N/ha in Form von Horngrieß, Kali nach Bodenuntersuchung + Entzugs-Berechnung
- Einsatz von Aquafol-Nadelfolie als Mulchmaterial, im Kalthaus aus techn. Gründen nur Tröpfchenbewässerung, kompostierbare Kletterhilfe erleichtert das Abräumen !!!
- im Kalthaus extensive Kulturführung = viel Lüften (10-20% Zwangslüftung von Sommer bis Herbst : Minimum-Temperatur tags = 12° + nachts = 10°), bei früher Pflanzung zum Anwachsen eher warm kultivieren (günstige Tagesmittel-Temperatur: 20-22°), nasse Füße in kaltem Boden unbedingt vermeiden – die Boden-Temperatur sollte bei 17° liegen, im Warmhaus richtet sich die Kulturführung nach der Hauptkultur (2016 Tomaten, 2017 Gurken/Auberginen) – Nachttemperaturen von 14° und Tagestemperaturen von 18° sollten nicht unterschritten werden !!!
Stangenbohnen sind salz- und chlorid-empfindlich !!!
- Pflanzenschutz = Nützlingseinsatz :
offene Nützlingszucht gegen Blattläuse mit Aphidoletes aphidimyza + Aphidius matricariae/Lysiphlebus-Mix (4-maliger Einsatz im Abstand von je 3 Wochen)
3-maliger Einsatz von Amblyseius cucumeris-Tüten gegen Thripse + Spinnmilben, bei weiterem Spinnmilben-Befall Einsatz von Phytoseiulus persimilis (Blattware)
- weitere Kulturarbeiten : windet – kein Aufleiten nötig, nach Erreichen des Spanndrahtes - bzw. der ohne techn. Hilfsmittel erntbaren Höhe - wöchentliches Köpfen, was auch das Remontieren anregt, ansonsten stellt die Ernte die Hauptarbeit dar – wir versuchen mit 2 Erntegängen / Woche hinzukommen
- Lagerung der geernteten Bohnen bei 5-7° für max. 1 Woche, sollten also wie Gurken möglichst frisch vermarktet werden !!!

- Auberginen :
...bauen wir erst seit 2 Jahren wieder an ermöglicht durch die Erweiterung der GH-Fläche + wachsende Anzahl an Abokisten-Kund_innen
- 2016 : Pflanzung der 2 Sorten „Bartok“ (EZ) + „Zora“ (BI), beide auf Tomatenunterlage veredelt,  in KW 19 ins Kalthaus in Doppelreihen, 1 Reihe / lfd. Meter GH-Breite, Abstand: 60 cm i.d.Reihe
- Düngung : Entzug durch Ernte von 5 kg/m2 = 30g N = 14 kg Hornspäne, mittel als Grunddüngung
- 2-triebiges Aufleiten – Stammfrüchte zzgl. 1. Frucht der Seitentriebe
- Nützlngseinsatz: ab KW 20 alle 2 Wochen Encarsia formosa gegen Weiße Fliege, offene Zucht mit 3 maligem Einsatz von Aphidoletes / Aphidius ervi + colemani gegen Blattläuse sowie 3 maliger Einsatz von Amblyseius cucumeris (1ster Kleie, dann Tüten) gegen Thripse + Spinnmilben, nach Befallsbeginn mehrfacher Einsatz von Phytoseiulus persimilis als Blattware
-“Bartok“ : Ertrag 10,32 kg/m2 – sehr generative Entwicklung
- „Zora“ : Ertrag 7,1 kg/m2 – deutlich vegetativere Entwicklung, daraus resultierend höhere Widerstandskraft gegen Spinnmilben

- Gewächshaus-Nach-/Zwischenkulturen :

...Vielfalt bestehend u.a. aus Mangold, Rote Bete, Kohlrabi, Lauchzwiebeln, Stielmus, Postelein, Asia-Mix, Rucola und natürlich Feldsalat – mit zunehmenden Schwierigkeiten…
… deshalb zunehmend Alternativen :

- Spinat : als Kochgemüse für die Abo-Vermarktung über Winter mehr als willkommen !!!, + relativ salztolerant !!!
    gepflanzt : Schwierigkeiten mit der Anzucht in QP
    direkt gesät : Probleme mit Spatzen (?) + pilzlichen Auflauf-Erkrankungen
grundsätzliche Herausforderung : Sorte – Resistenzen Falscher Mehltau

- (Winter-) Schnittsalat / Babyleaf :
...Winterschnitt seit Winter 2015/16, also im 2. Jahr
...wird nicht mehr so exakt vom Babyleaf unterschieden - tendenziell eher gemischt, aber mittlerweile getrennt angebaut !!!
Babyleaf : Anbau wie Schnittsalat in Mulchvlies, 6 R./Beet, Lochabstand 15cm
    Sorten Herbst 2016 : gute Erfahrungen mit Cerbiatta (BI) bereits im 2. Jahr
    Magellan (EZ) : gute Erfahrungen bereits 2014 mit Pfl.gesundheit, Farbe +     Remontierverhalten, wächst aber breit mit großen Blättern
     Anguilla,Jargon : Salanova von RZ, Blattform besser für Misch. Geeignet
Frühjahr 2017 : „Jargon“ als roten, „Cerbiatta“ + „Lollo bionba“ als grüne

Winterschnitt :
ursprüngliches Konzept : 1-2 Reihen/Art (Sorte), quer ernten – Mischung fertig !!!
davon weichen wir dieses Jahr zunehmend ab, bis zu 3 R./ Art (Sorte), gemischt wird dann beim Waschen im Maurer-Kübel
Aussaat 2016 : KW 36-39
folgende Komponenten haben sich im Duftgarten bis jetzt bewährt :
- Kreuzblütler: Blattsenf  „Rouge Metis“,“Golden Frills“ (beide mit filigranen Blättern, breite kommen nicht mehr zum Einsatz !), Tatsoi, Salat-Rauke „Ruca“
- Gänsefußgew.: Mangold „Verde da Taglio“,“Pirol“, „Feurio“, Spinat „Meerkat“ + „Winterriesen / Stamm Verdil“
- sonstige: Endivie„Romanesca da taglio“, Kultursauerampfer,Speisechrysantheme,
Hirschhornwegerich, Winterkresse / Barbarakraut
Frühlingsschnitt :
Problem im Frühling (+Sommer) = schnelles schossen : welche sind geeignet ?
Erfahrungen2016 : Salatrauke schießt zu schnell, ebenso Mangold „Feurio“
deshalb 2017: Mangold, Babyleaf, Rucola + Spinat = separate Beete – Beimischung möglich, daneben versuchen wir : Tatsoi, „Romanesca da taglio“, Speisechrysantheme, Hirschhornwegerich, „Rouge Metis“
Kultursauerampfer + Winterkresse : Pflanzung ebenfalls separat – können wie Salatrauke auch als Kräuter-Bunde genutzt oder beigemischt werden
GESCHMACK !!!

Freiland-Sortenversuche 2016 anlässlich des Sortentages Bingenh.Saatgut AG:

Radicchio / Zichoriensalat : - war eher eine Sorten-Sichtung – Pflanzung KW 28 = 2.Juliwoche
„Palla Rossa 506“ (rund), „Treviso“ (länglich)
Catalogna „Aurelia“ - ähnlich Puntarelle oder Löwenzahn -

Zucchini  : in 2 Sätzen, unsere Standard-Sorten sind
„Partenon“ (HI) = früh, Pflanzung KW 17 unter Vließ
„Serafina“ (BI) = spät,  Pflanzung KW 30 –  widerstandsfähig gegen Echten Mehltau
außerdem : „One Ball“ (in beiden Sätzen), „Cocozelle von Tripolis“ (2.Satz)
2017: weitere Sorten mit Ziel bunte Mischkisten anbieten zu können
Schnittlauch : „Gonzales“ im Vergleich mit „Divonne“
Rübchen : neben „Petrowski“ auch „Golden Ball“ + „Blanc globe a collet violett“
Schwarz-/Federkohl : „Nero di Toscana“
Lauchzwiebeln : „Parade“ (BE) + „Ishikura Long White“ (BI)
einige Versuche aufgrund der schwierigen Witterung nicht aussagekräftig, z.B.
Spitzkohl, Wirsing oder Rote Bete („Burpees Golden“, „Ronjana“,  „Jannis“,  „Tondo di Chioggia“,  „Robuschka“, „Gesche“,  „Forono“)


Erhaltung / Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
...meine Vorstellung von nachhaltiger Produktion : nahe am Markt auf kleiner, intensiv genutzter Fläche arbeiten – Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch „Nährstoff-Rückführung“ aus der Gesellschaft in Form von Kompost (inspiriert durch Erfahrungen „Eden Plants“  „From the good Earth“ - Eliot Coleman´s geschichtlicher Abriss über die Pariser Marktgärtner (Pferde-Dung) hat mir aus der Seele gesprochen !!!
- Erzeugung solcher Fruchtbarkeit mit den derzeit zulässigen Kompostmengen nicht erreichbar, schon gar nicht ohne Haushaltskompost (Phosphor !!!) - könnten Terra Petra oder Kompost-Kloo´s vielleicht die Lösung sein ???
- Thema Gründüngung beschäftigt uns schon seit 21 Jahren – Flächenerweiterung speziell im Hinblick darauf !!!
- ein weiterer Lösungs-Ansatz : Transfermulch / Cut and Carry – Versuche 2016 :

Freiland : Bodenfruchtbarkeit im Fokus, nicht Düngewirkung !!!
Versuche in Zucchini + Kürbis, jeweils 2. Satz
Plan : neben jedem Zucchini-Beet aus arbeitswirtschaftlichen Gründen1 Beet GD (Perserklee,z.T.mit Phacelia) zum Nachmulchen (keine weiten Wege, Rasenmäher)
Erfahrung: für Erzeugung eigenen Mulch-Materials fehlt die Fläche, deshalb Zukauf von Bioland-Kleegras-Silage (C/N-Verhältnis 1:49 )
Problem : Arbeitswirtschaft, Menge, Einarbeitung
Vorteil : auch Schutz vor Erosions !!!

Gewächshaus :
Bodenfruchtbarkeit u.a. gefährdet durch mechanische Verdichtungen – Tiefenlockerer zum Aufreißen der Frässohle „ist in der Mache“ -, steigenden Salzgehalt, Verlust von Boden-Struktur und – Lebendigkeit
- 2015 Versuche mit GD im GH
- Einsatz selbst erzeugten Materials werden wir nicht wiederholen
- Versuche mit Kleegras-Silage werden fortgesetzt – Vorteil : entzieht nicht unserem eigenen Land den Humus
- GD auch für andere Benefits nutzen, z.B. Förderung von Biodiversität, Nützlingen + Insekten sowie als Bienenweide


Zum Schluß :
 
Lassen wir uns weiter inspirieren durch Eliot Coleman´s Ausführungen im „Handbuch der Wintergärtnerei“, z.B. durch ein Zitat zu finden auf Seite 199 :
„Tiefen-biologische wirtschaftende Bauern suchen zusätzlich zu ihrer Ablehnung agrochemischer Produkte nach besseren Wegen in der Landwirtschaft. Inspiriert von der Eleganz der Natur und ihrer Systeme, versuchen sie die Muster der in der Natur vorkommenden Wechselwirkungen zwischen Boden und Pflanze nachzuahmen.“

Und diese Wechselwirkungen sind nicht nur elegant, sondern auch intelligent. Belege hierfür lassen sich nicht nur bei Peter Wohlleben in „Das geheime Leben der Bäume“ finden, sondern vor allem bei Stefano Mancuso in „Die Intelligenz der Pflanzen“. Mit dieser Literatur-Empfehlung sowie folgendem Zitat daraus möchte ich meinen Vortrag beenden :
( nachzulesen auf Seite 58 / 59 )

Danke für die Aufmerksamkeit !!!